Zusammen trainiert es sich einfach besser TL Lanzarote

Aller Anfang ist schwer. Wir wollten das gemeinsame Training forcieren.
Zwei Mädels aus dem Thoni MaraTriathlonteam SG Adelsberg und zwei Jungs aus dem SG Adelsberg Triathlon Männer Team dachten sich : Wieso Urlaub machen ,wenn man auch trainieren kann.
Freitag 4 Uhr. Der Wecker klingelt. Theresa Rie, Maik, Franziska Karl und Manuel Eberhardt brechen nach Frankfurt auf. Von da geht der Flieger in Richtung Kanarische Inseln. Es ist ein 9-tägiges Trainingslager unter Maiks Leitung auf Lanzarote geplant. Dem Winter entfliehen und die ersten Radkilometer bei 20°C und Sonnenschein erleben.
Beim Verlassen des Flugzeugs wird uns ein „entspannter und erholsamer Urlaub“ gewünscht. Draußen kann der Pulli sofort mit der Sonnenbrille getauscht werden. Die Kellerbräune wird es freuen.
Per Bus geht es zum Hotel in Costa Teguise. Eine schlichte und einfache Unterkunft ist für unsere Zwecke völlig ausreichend – soll ja schließlich kein Wellnessurlaub sein. Die Lage direkt am Meer ist super! Nach 12h Reise sind die Beine fest. Bewegung muss her! Der offizielle Startschuss zum Trainingslager ist somit gefallen. Mit einem 12km Lauf an der Strandpromenade erkunden wir unsere Umgebung und haschen die ersten Sonnenstrahlen.
Samstag – der erste richtige Trainingstag. Vor dem Frühstück steht ein 30-minütiger Auftaktlauf an, ABC und Dehnung. Nach dem Frühstück geht es auf die Räder. Eine „kurze“ und „flache“ Radrunde ist geplant. Fazit: 1500 Hm und den höchsten Punkt der Insel erklommen. Wir freuen uns jetzt schon auf die geplante Bergetappe… Nach der Radrunde ein 10km Koppellauf und noch ca. 1km im Atlantik schwimmen. Bis auf Maik gehen alle mit Neopren in das 17°C warme Wasser. Das heftige Kältezittern danach hält ihn allerdings auch in den nächsten Tagen nicht davon ab, nur mit knapper Badehose bekleidet seine Bahnen zu ziehen.
Strava-Segment wird das Unwort der Woche. Touristen kaufen sich Souvenirs – Sportler ergattern sich Strava-Segmente. Alle Chancen auf Position 1 der Strava-Wertung werden ergriffen.
Franzi kann ab Tag 4 das Training wegen einer Erkältung nur bedient mitmachen. Familie Werner gibt sich große Mühe die Räder kaputt zu machen. Resi glänzt mit einer defekten Speiche und einem gerissenen Bowdenzug. Maik fährt sich am darauf folgenden Tag einen Plattfuß ein und muss sich mit dem Taxi zurück fahren lassen.
Dienstag ist Ruhetag! Das heißt? Maik und Manu laufen 1000m Intervalle während sich Franzi und Resi gemütlich am Pool sonnen.
Ein wenig Touristenprogramm muss auch sein! Mit den Rädern geht es ans andere Ende der Insel zum Nationalpark.In einer 30-minütigen lohnenden Busführung bekommen wir zu sehen, wie vulkanisch aktiv die Insel war bzw. sogar noch ist. Der Großteil sieht aus wie eine Mondlandschaft oder wie ein endlos großer Streuselkuchen. Kuchen. Gute Idee. Also Pause bei einem Stück Kuchen.
Sonntag – Heimreisetag? Durch starken Wind konnte das Flugzeug nicht auf Lanzarote landen und wurde auf eine Nachbarinsel (Gran Canaria) umgeleitet. Somit kein Heimflug für uns. Wir nutzen den gewonnenen Tag und machen einen 10km regenerativen Lauf. Mit der Ungewissheit, wann wir Heim geflogen werden, gehen wir ins Bett.
Nach einigen weiteren chaotischen, turbulenten Stunden geht endlich unser Flug zurück nach Deutschland und wir kommen mit knapp 24h Verspätung zu Hause an.
Lanzarote mit seiner Landschaft ist in jedem Falle einen Besuch wert. Man muss sich bewusst sein: Flache Strecken sind nicht wirklich vorhanden und nach dem dritten Tag hat man die gesamte Insel mit dem Rad schon erkundet. Der Wind ist immer extrem stark, doch durch das beständige warme Wetter ist die Insel trotzdem für ein Trainingslager perfekt geeignet. Im Atlantik schwimmen ist eine tolle Abwechslung. Ein Neo ist von Vorteil, wenn man nicht nach 14 Minuten aus dem Wasser gehen möchte. Ein tolles Trainingslager mit hohen Umfängen geht zu Ende. In Summe stehen ca. 750km Rad, 125km Laufen und 12km Schwimmen auf dem Zettel.
Wie Faris Al-Sultan schon sagte: „über 30h Training pro Woche sind Zerstörung“. Zerstört sind wir nicht, aber gut belastet und mit tollen Eindrücken kehren wir in den -10°C kalten Alltag zurück.